Markus Schröppel |
Fachbegriffe: Forschung
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A Abbildung (auch *Funktion) Beziehung bzw. Relation zwischen zwei Mengen, die jedem Element der einen Menge genau ein Element der anderen Menge zuordnet (z.B. y = 3x + 2, d.h. x = 2 wird y = 8 zugeordnet ) Alltagswissen Die gängigen Erkenntnisse, die in den Geschäften des täglichen Lebens gewonnen werden, werden oft unter dem Begriff "Alltagswissen" zusammengefasst. Das hierbei erlangte Wissen ist oftmals überaus subjektiv und fehleranfällig, da es auf der Intuition und den Wünschen der Menschen fußt. Zudem ist es beeinflusst von Hörensagen, tradierten Volksweisheiten und dem Vertrauen an Autoritäten. Das Alltagswissen steht in Abgrenzung zum Wissen, welches durch empirische Forschungsmethoden gewonnen wird. Analyseverfahren Nachdem die Daten erhoben und fixiert worden sind, müssen sie im Anschluss hieran ausgewertet werden. In dieser Phase der quantitativen Forschungsmethoden (Datenauswertung) setzen die Analyseverfahren an. Hier findet man (meistens) zwei grundlegende Varianten: Die kategorienbasierte Qualitative Inhaltsanalyse und die sequenzbasierte Narrationsanalyse. Angewandte Forschung Angewandte Forschung ist darauf gerichtet, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, unterscheidet sich jedoch von der Grundlagenforschung dadurch, dass angewandte Forschung in erster Linie auf ein bestimmtes Ziel oder eine spezifische praktische Anwendung gerichtet ist. Äquivalenz Gleichwertigkeit Argumentative Verallgemeinerung Verallgemeinerungen sind in Teilbereichen möglich, doch sie müssen explizit und begründet sein. asymmetrisch nicht spiegelbildlich gleich, vgl. symmetrisch Axiom gesetzte Annahme, Grundsatz, gültige Wahrheit, die keines Beweises bedarf Axiomatik Lehre vom Definieren und Beweisen mithilfe von Axiomen, wissenschaftliche Methode auf Basis von Axiomen, Definitionen, Sätzen zu abgeleiteten wahren Aussagen (Beweisen) zu kommen B Beschäftigte Anzahl der Beschäftigten am Ende des Erhebungsjahres. Einzubeziehen sind alle Voll- und Teilzeitbeschäftigte, sowie Aushilfen. Nicht einzubeziehen sind Praktikanten und Zeitarbeitnehmer. Beobachtung Neben dem Interview ist die Beobachtung eine häufige Methode der Datenerhebung. Ein besonderer Vorteil dieser Erhebungsmethode ist die Möglichkeit nonverbale und unterbewusste Handlungen oder Verhaltensweisen zu registrieren. Darüber hinaus ist sie, je nach Forschungsgegenstand und konkreter Erhebungssituation, flexibel anpassbar. Sie kann beispielsweise Hinsichtlich ihrer Offenheit, ihres Grades der Teilnahme des Interviewten, ihrer Systematisierung, ihres Beobachtungssubjekts und der Ausgestaltung der Situation gestaltet werden. Schriftlich wird die Beobachtung häufig in Tagebüchern, Feldnotizen oder Beobachtungsprotokollen fixiert, ggf. auch mit Video- und Audioaufnahmen. Bestimmung der Zielgruppe Beim zweiten Schritt des Feldzugangs steht alles im Namen: Die Population (Zielgruppe), auf die sich die Forschung beschränkt und die wichtige Daten liefern soll, muss definiert (bestimmt / abgegrenzt) werden. Dabei handelt es sich um jede Gruppe von Personen (Demographie), die hinsichtlich einer oder mehrerer Merkmale Gemeinsamkeiten aufweisen. binär (auch dichotom) zweiwertig (z.B. weiblich vs. männlich) Biographisch-narratives Interview Bei dieser Interviewart dominiert der Fokus auf die biographische Erzählung des Interviewten. Meistens wird es durch eine Impulsfrage eingeleitet, worauf eine offen gehaltene Erzählung folgt. Währenddessen lässt der Forschende dem Interviewten den Freiraum und die Zeit möglichst detaillierte Angaben zu machen. Auf diese Erzählphase (= Stegreiferzählung) folgt die Phase des immanenten Nachfragens, wo auf das Erzählte direkte und konkrete Fragen folgen. Abgeschlossen wird das Interview durch exmanentes Nachfragen, wo auf Sachverhalte oder Erzählstränge eingegangen wird, die vom Interviewten nicht oder nur unzureichend angesprochen wurde. D Deduktives Vorgehen Schluss vom Allgemeinen auf das Besondere (Theorie, Gesetzmäßigkeit ist vorhanden); vgl. Induktives Vorgehen Deskriptiv(statistik) beschreibend(e Statistik); vgl. Inferenz(statistik) Determinante Einfluss/Faktor, der Erleben und Verhalten des Menschen bestimmt Determinationskoeffizient (lateinisch determinare ‐ bestimmen) Bestimmungskoeffizient, Anteil der erklärten Varianz an der Gesamtvarianz; vgl. Indeterminationskoeffizient dichotom (auch binär) zweiwertig (z.B. weiblich vs. männlich) disjunkt ohne gemeinsame Elemente, einander ausschließend Diskordanz fehlende Übereinstimmung; vgl. Konkordanz Dispersion Streuung, Unterschiedlichkeit E Einzelfallbezogenheit Selbst bei größeren Stichproben sollen Ergebnisse und Verfahrensweisen nicht zu verallgemeinernd, sondern immer auf Einzelfälle bezogen werden. Empirie (griechisch empeiria ‐ auf Erfahrung/sinnlicher Wahrnehmung beruhend) Empirische Forschung Die empirische Forschung sticht dadurch hervor, dass sie ihre Erkenntnisse durch methodische und systematische Verfahren sicherstellt, die konkretisiert, operationalisiert und kontrolliert sind. Das hierdurch gewonnene Wissen ist daher mit möglichst objektiven Prozessen gewonnen. Es wird ständig kritisch überprüft und muss sich auch im Lichte neuerer Forschung immer wieder behaupten. Forschung betreibt man, wenn man methodisch und systematisch nach Erkenntnissen in seiner Umgebung sucht, diese genaustens dokumentiert und dann veröffentlicht, auf dass andere Forscher diese überprüfen und zu widerlegen versuchen. Empirisch geht man dabei dann vor, wenn man ausschließlich das erfasst, was sich beobachten und erfahrbar machen lässt. Man operationalisiert und quantifiziert die Umwelt, wobei man auch theoriegeleitet vorgehen kann. Die Ergebnisse dieser Forschung sind mithin methodisch gesicherte (vorläufige) Erkenntnisse. Diese können auch darin bestehen, dass eine Annahme oder Hypothese als unzutreffend oder insignifikant zurückgewiesen wird. Erkenntnisgewinn aus systematisch geplanten Beobachtungen/Messungen. Die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft (= Erfahrungswissenschaft). Psychologische Aussagen müssen also erfahrbar/beobachtbar/überprüfbar/testbar sein. Wichtige Kriterien bei Messungen sind daher Objektivität, Reliabilität und Validität, Objektivität, sowie bei Untersuchungen Replizierbarkeit und Validität; vgl. Reliabilität, Replikation und Validität Erste Datenerhebung und Datenanalyse Im vierten und fünften Schritt des Feldzuganges werden erste Daten von der Stichprobe entnommen und ausgewertet. Auf diese weise kann der Forschende sicherstellen, dass er sich im Hinblick auf die Forschungsfrage "auf dem richtigen Pfad" befindet. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen gegebenenfalls Änderungen an der Zielgruppe oder Stichprobe vorgenommen oder eventuell auch andere Methoden der Datenerhebung und Auswertung gewählt werden. Evaluation
Sach‐ und fachgerechte Bewertung/Beurteilung einer Maßnahme/Intervention,
Überprüfung der Wirksamkeit einer Maßnahme/Intervention mit den Mitteln der empirischen Forschung, Evidenz Sie beschreibt die Vereinbarkeit einer Beobachtung mit einer Hypothese und wird in der Wissenschaft als „zentrale Währung“ angesehen. Eine hohe bzw. starke Evidenz entspricht einem hohen Gültigkeitsanspruch. Experimentelle Entwicklung Experimentelle Entwicklung nutzt wissenschaftliche Erkenntnisse, um zu neuen oder wesentlich verbesserten, Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen zu gelangen. Experteninterview Bei dieser Interviewform geht es nicht um den Grad der Strukturierung, sondern um die Person des Interviewten. Diese verfügt nämlich über ein umfangreiches Wissen in einem bestimmten Bereich und ist daher ein Experte. Ein Experteninterview zielt nicht darauf ab, thematisch oberflächlich zu sein, vielmehr geht es inhaltlich sehr in die Tiefe. Ein Experte grenzt sich vom Laien dadurch ab, dass seine Kenntnisse oder Fertigkeiten (meist aufgrund einer langen Ausbildungszeit) in einem oder mehreren Bereichen das des Laien weit übersteigt. Vor allem dann, wenn die Fachliteratur zu einem Thema rar gesät ist oder die Forschungsfrage in einen Nischenbereich vordringt, bietet sich diese Interviewform an. Externe FuE Unter externer Forschung und Entwicklung versteht man alle FuE-Arbeiten, die nicht im eigenen Unternehmen durchgeführt sondern als Auftrag an andere Unternehmen, an Hochschulen oder an staatliche Forschungseinrichtungen vergeben. Zur externen FuE gehören auch FuE-Arbeiten, die andere Teile der eigenen Unternehmensgruppe im In- und Ausland im Auftrag durchführen. Externe Validität „Eine Studie (bzw. die Ergebnisse einer Studie) ist dann besonders extern valide, wenn sich die Ergebnisse dieser Studie besonders gut verallgemeinern lassen.“ Die externe Validität kann erhöht werden durch eine größere Stichprobe (vor allem Heterogenität der Stichprobe), durch Feldstudien (natürlichere Versuchsbedingungen), durch Längsschnittliche Studiendesigns, durch Repräsentative Stichproben (schwierig zu entscheiden), durch Metaanalysen (Zusammenfassung der Ergebnisse vieler Studien führt zu höherer Stichprobenzahl) oder durch multiple Operationalisierungen (mehrere Messbarmachungen derselben Variable). Extrapolation ausgehend von gegebenen diskreten Daten (z.B. Messwerten) erfolgt eine Hochrechnung über den gesicherten Bereich hinaus; vgl. Interpolation F Fakultät (k!) Funktion, die der natürlichen Zahl (k) das Produkt aller natürlichen Zahlen kleiner und gleich dieser Zahl zuordnet (z.B. k = 3, 3! = 3 x 2 x 1 = 6) Felderschließung Dies ist der erste Schritt beim Feldzugang. Hier wird das Feld begrenzt und der Zugang wird erschlossen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich Zugang zu einem Forschungsfeld zu verschaffen. Oft sind dies Anzeigen und Handzettel, E-Mails bzw. Briefe oder persönliche Kontakte im Privatumfeld. In Schulen ist ein sogenannter "Gatekeeper" gängig, beispielsweise der Rektor, dessen alleinige Entscheidung den Zugang ermöglicht oder verwehrt. Weiterhin ist das "Schneeballsystem" ein Verfahren, bei dem Personen in Schlüsselpositionen (Direktoren, Lehrer, Sachverständige) die Kontaktdaten des Forschenden an ihre Kollegen und Peers weitergeben und so dessen Zugangsmöglichkeiten vergrößern. Feldstudie Die Datenerhebung erfolgt hier in einem Forschungsfeld, in einer natürlichen Situation. Feldzugang
Im Zentrum der Phase des "Planens und Vorbereitens der Erhebung" steht der sogenannte Feldzugang. Hierbei handelt es sich um die "Bereiche, in denen die Datenerhebung stattfinden soll", was jedoch nicht bedeutet, dass es sich um ausschließlich physische Räume handelt. Das "Feld" in denen Fragebögen ausgeteilt, Interviews geführt oder andere Maßnahmen der Datenerhebung vollzogen werden, reicht von tatsächlich physischen Orten (Schulen, Räumen, Unternehmen) bis hin zu Familien, Netzwerken oder gar besonderen Ereignissen. Wichtig ist, dass das Feld auf das Forschungsthema zugeschnitten, also begrenzt ist. Weiterhin muss es vom Forschenden auch tatsächlich erforscht werden können, d.h. ein tatsächlicher Zugang muss ebenfalls möglich sein. Forscher-Gegenstands-Interaktion Forscher und Forschungsgegenstand bedingen sich in einer wechselseitigen Interaktion. Forschung und experimentelle Entwicklung (FuE) Forschung und experimentelle Entwicklung (FuE) ist nach internationalen Vereinbarungen (Frascati Manual der OECD) charakterisiert als "systematische, schöpferische Arbeit zur Erweiterung des vorhandenen Wissens". Konstituierendes Element der Abgrenzung von FuE zu anderen Elementen des Innovationsprozesses ist die Entstehung und Verwendung neuen Wissens sowie die Nutzung dieses Wissens für die Entwicklung neuer Anwendungen (Produkte). Dabei ist es nicht erforderlich, dass die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten erfolgreich waren. Vielmehr ist entscheidend, dass die Intention besteht, wissenschaftliche oder technologische Fortschritte zu erzielen, unabhängig davon, ob diese Fortschritte bereits erreicht werden konnten. Forschungsethik
Der komplette Feldzugang, die Datenerhebung bzw. -auswertung und die Präsentation der Ergebnisse sind ethischen Rahmenbedingungen unterworfen. Die Forschung darf sich einiges, aber nicht alles erlauben und jeder Erkenntnisgewinn (sei er auch noch so nützlich) muss mit lautbaren Mitteln erbracht werden. Kurzum: Der Zweck heiligt die Mittel nicht. Deswegen sind forschungsethische Richtlinien zu beachten und ggf. in der wissenschaftlichen Arbeit zu thematisieren. Forschungsfrage Eine Forschungsfrage ist eine konkrete Fragestellung zu dem Thema der wissenschaftlichen Arbeit. Sie wird in deren Einleitung genannt und am Ende beantwortet. Sie grenzt das Thema ein, indem sie klar festlegt, worüber geforscht wird und ermöglicht so eine zielgerichtetes Arbeiten. Alle Phasen des qualitativen Forschungsprozesses beziehen sich auf diese im Zentrum stehende Frage. Sie ist in verschiedene Arten unterteilbar, die oftmals nicht klar voneinander abzugrenzen sind und je nach Lehrwerk und Autor variieren. Unterschieden wird beispielsweise in explorative, deskriptive, analytische, komparative, entwicklungsorientierte und evaluierende Forschungsfragen. Freiheitsgrad Anzahl der Komponenten, die bei der Berechnung eines Kennwertes frei variieren können. FuE-Personal Als FuE-Personal werden alle Personen angesehen, die innerhalb des Unternehmens direkt Aufgaben der Forschung und Entwicklung übernehmen sowie diejenigen Personen, die Dienstleistungen erbringen, welche in direkter Weise dem FuE-Prozess zugute kommen. Hierzu zählen etwa FuE-Manager und Verwaltungskräfte. FuE-Personalaufwendungen Die FuE-Personalaufwendungen setzen sich zusammen aus den Lohnkosten sowie Sozialabgaben und Aufwendungen für Altersversorgung. Im einzelnen sind dies Löhne und Gehälter (Arbeitgeberbrutto), Bonuszahlungen, Urlaubsgeld, Pensionsrückstellungen sowie weitere Rückstellungen, die der sozialen Absicherung dienen. Hierzu gehören somit auch alle von den Beschäftigten zu entrichtenden Sozialbeiträge, Einkommensteuern und Zuschlagsteuern auch dann, wenn sie vom Arbeitgeber einbehalten und von ihm im Namen des Beschäftigten direkt an den Sozialversicherungsträger und die Steuerbehörde abgeführt werden. Zu den Löhnen und Gehältern zählen zudem alle vom Beschäftigten empfangenen Sondervergütungen, Prämien, Gratifikationen, Abfindungen, Zuschüsse zu Lebenshaltungskosten, Familienzulagen, Provisionen, Teilnehmergebühren und vergleichbare Vergütungen. FuE-Sachaufwendungen Aufwendungen für Material, Ausrüstung und Versorgungs-leistungen für diejenigen Gegenstände, die vom FuE-Personal zur Erfüllung der FuE-Aufgaben benötigt werden. Beispiele sind Energie- und Heizkosten, Fachliteratur, Labormaterial, Overheadkosten (Bürodienste, Telekommunikation etc.), aber auch Raummieten und Nutzungsgebühren. Fünf zentrale Grundsätze des qualitativen Denkens
Mayring hatte in seinem im Jahre 2002 erschienenen Buch "Einführung in die qualitative Sozialforschung" seine 13 Säulen auf einem theoretischen Fundament aufgebaut, welches zentral für eine qualitative Forschung war. Hierbei handelte es sich um die fünf zentralen Grundsätze qualitativen Denkens. Funktion (auch Abbildung) Beziehung bzw. Relation zwischen zwei Mengen, die jedem Element der einen Menge genau ein Element der anderen Menge zuordnet (z.B. y = 3x + 2, d.h. x = 2 wird y = 8 zugeordnet ) G Ganzheit Die Forschungssubjekte (Interviewpartner) sind immer in ihrem Gesamtkontext zu betrachten. In einzelnen Interviews können die Personen zwar nur aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet werden, jedoch sollten die Daten später immer auch in ihrem Gesamtzusammenhang gesehen werden. Gesamt-FuE Unter der gesamten Forschung und Entwicklung versteht man die Summe aus interner FuE und externer FuE. Grounded Theory Diese, aus der Columbian School und Chicago School hervorgegangene Methode, ist ein Verfahren zur Sammlung und Verarbeitung von qualitativen Daten, mit dem Ziel eigene Theorien zu entwickeln. Sie ist stark von soziologischen Annahmen geprägt, maßgeblich davon, dass soziale Phänomene auf der Interpretation eines oder mehrerer Individuen beruhen, mithin also nicht objektiver sondern subjektiver Natur sind. Es werden hierbei also aus dem rein deskriptiven Informationsgehalt erhobener Daten Konzepte generiert. Ein besonderes Merkmal ist der stetige Vergleich während des Forschungsprozesses auf allen Ebenen der Forschung. Weiterhin dienen Memos zur Theoriebildung, zur Beschreibung und als reflexive Ankerpunkte im Forschungsprozess. Die Daten werden nach speziellen Methoden kodiert, die maßgeblich von der Zugehörigkeit zur jeweiligen Denkschule abhängen. Am Ende der Forschung steht die sog. "theoretische Sättigung", ein Punkt, an dem neue Daten keine neuen Erkenntnisse mehr bringen und die Theoriengenerierung somit abgeschlossen ist. Grundgesamtheit (auch Population) Menge aller statistischen Einheiten (auch Merkmalsträger, Untersuchungseinheiten, Erhebungseinheiten) mit übereinstimmenden Identifikationskriterien (sachlich, räumlich und zeitlich); vgl. Stichprobe Grundlagenforschung Grundlagenforschung ist in erster Linie darauf gerichtet, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, ohne an der praktischen Anwendbarkeit orientiert zu sein. H Hermeneutik Eine maßgeblich von Friedrich Schleiermacher (1768-1834) und Wilhelm Dilthey (1833-1911) entwickelte Theorie der Interpretation von Texten und des Verstehens. Der Schwerpunkt liegt darauf, dass Sinnzusammenhänge in den verschiedensten "Lebensäußerungen" (in der Kunst, in Texten oder Ereignissen, usw.) aus sich selbst heraus verstanden werden. Ein wichtiges Werkzeug ist der sog. Hermeneutische Zirkel, ein spezielles Interpretationsverfahren. Hermeneutischer Zirkel Der Hermeneutische Zirkel ist ein von Dilthey ausdifferenziertes Interpretationsverfahren, welches sich mit Umgang und Lesart eines Textes befasst. Zu Beginn eines Leseprozesses tritt der Leser (Rezipient) mit einem individuellen Maß an Vorwissen an den Text heran. Das in einem ersten Durchgang erhaltene Wissen vom Text modifiziert das (Vor-) Wissen des Lesers, indem es bestätigt, verworfen, erweitert oder konkretisiert wird. Mit diesem neuen Verständnis liest der Rezipient den Text ein zweites Mal, wodurch sich ihm wiederum neues Wissen erschließt, welches erneut sein Verständnis modifiziert, auf dass er dann erneut den Text zu lesen beginnt. Somit entsteht eine gegenseitige zyklische Erweiterung von (Vor-) Verständnis und Textverständnis. Die Grundregel lautet hierbei: Das Ganze muss aus dem Einzelnen und das Einzelne aus dem Ganzen verstanden werden. Ganzheit und Teil bilden ein Zirkelverhältnis und sie bedingen sich somit gegenseitig. Heteroskedastizität (altgriechisch hèteros ‐ ungleich und griechisch skedastós ‐ zerstreut, verteilt) Ungleichheit der Streuung der Stichprobe in Bezug auf die der Erhebung zugrunde liegende statistische Gesamtheit, so dass die Angabe einer mittleren Streuung nicht sinnvoll ist; vgl. Homoskedastizität Homomorphismus (altgriechisch homós ‐ gleich/ähnlich und morphé – Form) strukturerhaltende Abbildung Die Elemente einer Menge werden in einer anderen Menge so abgebildet, dass die (mathematischen oder inhaltlichen) Beziehungen zwischen den Objekten in der Menge der Zahlen strukturell erhalten bleiben / enthalten sind. Historizität Die Vergangenheit und der historische Kontext sollte bei der Interpretation immer mit berücksichtigt werden. homogen (altgriechisch homós ‐ gleich/ähnlich) gleichartig, Homogenität Gleichartigkeit Homoskedastizität (altgriechisch homós ‐ gleich/ähnlich und griechisch skedastós ‐ zerstreut, verteilt) Gleichheit der Streuung der Stichprobe in Bezug auf die der Erhebung zugrunde liegende statistische Gesamtheit, so dass die Angabe einer mittleren Streuung sinnvoll ist; vgl. Heteroskedastizität Hypothese Eine logische und widerspruchsfreie Aussage über einen Sachverhalt, ohne dass diese verifiziert ist; beobachtbare/überprüfbare/testbare Behauptung/Aussage über empirisch beobachtbare Sachverhalte. I Idiographische Wissenschaft Diese Forschungsrichtung geht von einer Realität aus, die durch eine komplexe Abfolge (menschlicher) Interaktionen immer wieder neu entsteht und erst im Kopf der Menschen gebildet wird. Jeder Mensch interpretiert seine Umwelt individuell, weshalb die Existenz einer "wirklichen objektiven Welt" bestritten wird. Ziel ist es, Phänomene innerhalb ihres Kontextes zu verstehen. Sie wird tendenziell der qualitativen Forschung zugeordnet. Indeterminationskoeffizient (lateinisch determinare ‐ bestimmen) Anteil der unerklärten Varianz an der Gesamtvarianz; vgl. Determinationskoeffizient Induktion Aus dem Forschungsgegenstand (Daten) werden Kategorien systematisch und abstrakt generiert. Induktives Vorgehen Schluss vom Besonderen auf das Allgemeine, aufgrund empirischer Einzelmessungen werden allgemeingültige Aussagen formuliert; vgl. Deduktives Vorgehen Inkonsistenz Widersprüchlichkeit; vgl. Konsistenz Inferenz(statistik) schließend(e Statistik); vgl. Deskriptiv(statistik) Interne-FuE Unter interner Forschung und Entwicklung versteht man alle FuE-Arbeiten, die im eigenen Haus durchgeführt werden, unabhängig von der Finanzierung. Einzubeziehen sind auch FuE-Arbeiten, die als Forschungsaufträge von Dritten erhalten worden sind. Interne Validität „Die Erkenntnisse einer Studie gelten dann als intern valide, wenn die untersuchten Variablenzusammenhänge mit hoher Sicherheit als kausale Ursache-Wirkungs-Relation interpretierbar sind.“ Der Fokus liegt hier auf der Ursächlichkeit (Kausalität!), wobei das Ergebnis der Studie kausal interpretierbar ist. Nur weil zwei Variablen nebeneinander auftreten, bedeutet das nicht, dass sie sich gegenseitig bedingen und in einem kausalen Verhältnis stehen. Die interne Validität kann gesteigert werden durch eine größere Stichprobe (nur bei „ethischer Strenge“ von Nachteil), durch ein experimentelles Studiendesign (Eliminierung der Störvariablen durch Randomisierung), durch längsschnittliche Studien oder durch "Matching Studien" (Gegenüberstellung mit einem „statistischen Zwilling im Hinblick auf möglichst viele Kovariablen; bildet die Kontrollgruppe). Interpolation Rückführung gegebener diskreter Daten (z.B. Messwerte) auf eine stetige Funktion; vgl. Extrapolation Intervention Eingriff/Einmischung in ein Geschehen, Umsetzung von (psychologischen) Maßnahmen Interviews
Diese (reaktive) Methode der Datenerhebung ist in der qualitativen Forschung überaus oft vertreten. Es handelt sich hierbei um ein Gespräch mit einer gezielt ausgewählten Person (Stichwort "Sampling") zum Zwecke der Informationsgewinnung für das Forschungsthema. Ein Interview ist abhängig von der konkreten Forschungsfrage, der Stichprobe und der Strukturierung (es ist entweder besonders stark strukturiert oder sehr offen gelassen). Hieraus ergeben sich viele verschiedene Arten: Introspektion Das eigene Denken, Fühlen und Handeln der forschenden Person wird offengelegt und analysiert. Gerade dann, wenn bspw. im Zuge von Interviews Informationen auf das persönliche Befinden einwirken, ist dies um Lichte der Forschung zu reflektieren. invariant unverändert Investitionen für FuE Aufwendungen für die Errichtung von Gebäuden oder Gebäudeteilen, die ausschließlich für Forschung und Entwicklung genutzt werden, technische Ausstattung von Laboren und FuE-Räumlichkeiten und die Anschaffung FuE-spezifischer Software. Relevant sind jeweils die Anschaffungskosten, ohne ggf. angefallene Mehrwertsteuer. Keine FuE-Aufwendungen sind dagegen Abschreibungen. K Kartesisches Produkt
Konstruktion der Mengenlehre
Menge aller geordneten Paare der Elemente zweier Mengen Klassifikationssystem geordnete Ansammlung abstrakter Klassen Konstruktvalidität Stellt die Qualität der Messung dar. „Eine Messung ist dann valide, wenn sie (auch tatsächlich) misst, was sie zu messen vorgibt.“ Konkordanz Übereinstimmung; vgl. Diskordanz Konsistenz Folgerichtigkeit, Widerspruchsfreiheit; vgl. Inkonsistenz Konstante Unveränderliche Größe (entweder (theoretisch) nicht veränderbar/veränderlich oder sich (empirisch) nicht verändernd. Kovariation (auch Zusammenhang) gemeinsames Variieren zweier oder mehrerer Merkmale Kriterien der wissenschaftlichen Qualität Kriterium vorhergesagte/s Variable/Merkmal, auch abhängige Variable, die aus der unabhängigen Variablen/den Prädiktoren vorhergesagt wird. kumulieren schrittweise aufaddieren L Laborstudie Die Datenerhebung erfolgt in einem Labor, also in einer künstlichen Situation. Hierbei handelt es sich meistens um „explanative Studien“, da sich Kausalmechanismen leichter darstellen lassen. Leitfadeninterview Ein Leitfadeninterview ist eine Methode, bei der dem eigentlichen Interview ein stark strukturierter und gegliederter Leitfaden vorausgeht. Dieser dient als Gedächtnisstütze und Richtungsweiser, der das Forschungsthema ausgiebig umfasst. Neben einer großen Übersichtlichkeit liefert diese Interviewform eine hohe Informationsdichte. Auch das Leitfadeninterview steht dem Grundsatz der Offenheit nicht gänzlich im Wege, denn auch hier besteht die Option an interessanten Stellen Folgefragen zu stellen, die im Leitfaden nicht vorgesehen sind. Der Leitfaden ist also kein "inhaltlicher Käfig", sondern offen und flexibel gestaltet. linear geradlinig, Linearität geradlinienförmige Beschaffenheit, Vorherrschen eines linearen Funktionszusammenhangs M Mayring, Philipp Auf den im Jahre 1952 in München geborenen Psychologen, Soziologen und Pädagogen Philipp Mayring wird man immer dann stoßen, wenn man sich mit der qualitativen Forschung beschäftigt. Er ist Mitbegründer der sog. "qualitativen Inhaltsanalyse", eine vielfältige Forschungsmethode, mit der die "fixierte Kommunikation in Texten, Bildern und Noten" untersucht wird. Wichtige Werke sind beispielsweise die "Einführung in die qualitative Sozialforschung" (2002) oder die "Qualitative Inhaltsanalyse" (2003). Bis 2017 war er Professor für Psychologische an der Universität Klagenfurt. Menge Zusammenfassung verschiedener Objekte zu einem Ganzen. Die einzelnen Objekte werden Elemente genannt Merkmal (auch Variable) veränderliche Größe, Eigenschaft oder Charakteristika von Merkmalsträger(n) Objekte (z.B. Personen, Situationen, Organisationen), die durch Merkmale/Variablen beschrieben werden, Merkmalsausprägung konkreter Wert des Merkmals/der Variable Methodenkontrolle Die Methoden müssen genaustens beschrieben werden, sodass sie von anderen ggf. repliziert werden können. Die Verfahrensschritte unterliegen klaren Regeln, was die Transparenz der Forschung weiter erhöht. monoton gleichförmig, gleichmäßig N Narrationsanalyse Die Narrationsanalyse konzentriert sich auf die Rekonstruktion vergangener Ereignisse aus Sicht der Biographen, bzw. Erzähler. Die narrativen Texte werden zunächst (1) formal analysiert und danach (2) strukturell zu größeren Sinneinheiten zusammengeführt. Sodann werden (3) dominante Prozesse und Themen aus dem Kontext herausabstrahiert und danach mit dem (4) theoretischen Wissen analysiert. Zuletzt werden (5) Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei anderen Fällen gezogen. Nomothetische Wissenschaft Diese wissenschaftstheoretische Richtung bezeichnet einen erkenntnistheoretischen Realismus, welcher von einer "wirklichen Welt" ausgeht. Die Wirklichkeit hat hier eine starre und gesetzmäßige Struktur, die identifiziert und entdeckt werden muss. Da die erhobenen Daten oftmals quantitativ sind, wird diese Position tendenziell der quantitativen Forschung zugeordnet. O Odd Chance, Wettqotient, Odds‐Ratio Chancenverhältnis, Wettquotenverhältnis Offenheit Der Forschungsprozess ist nicht starr, sondern immer flexibel. Änderungen sind im laufenden Prozess noch immer möglich und sogar die Forschungsfrage kann sich ändern. Sofern diese Veränderungen entweder theoretisch oder am Sachgegenstand konkret begründet werden können, sind sie zulässig. Operationalisierung Messbarmachung von Fragestellungen/Hypothesen/Aussagen P Parameter
(in Funktionen oder Gleichungen) unbestimmt gelassene (oder konstant gehaltene)
Größe Permutation (Umstellung einer) Anordnung (z.B. 1, 3, 4, 2 ist eine Permutation von 1, 2, 3, 4) Population (auch Grundgesamtheit) Menge aller (statistischen) Einheiten mit übereinstimmenden Identifikationskriterien (z.B. Merkmalsträger, Untersuchungseinheiten, Erhebungseinheiten). Häufig die Einheiten über die eine Aussage getroffen werden soll (Ziel der Generalisierung).; vgl. Stichprobe Prädiktor zur Vorhersage herangezogene/s Variable/Merkmal Prinzipien qualitativer Forschung nach Strübing Problemorientierung Man orientiert sich an praktischen Problemstellungen und dem praktischem Mehrwert der Forschung. Produktzeichen ∏ (großes griechisches Pi) Umfangreiche Produkte werden mit dem Produktzeichen ∏ notiert: Das Produktzeichen ∏ fordert zu einer Produktbildung von Variablen auf, deren Index i die Werte i = m bis n annimmt. Dabei wird i als Laufindex bezeichnet, m als unterer Produktindex und n als oberer Produktindex. Der Ausdruck stellt also eine Anweisung dar, das Produkt der reellen Zahlen xi zu bilden, wobei i alle ganzen Zahlen von m bis n durchläuft. Welche Buchstaben für die Indizes gewählt werden, ist ohne Bedeutung. Q Qualitative Inhaltsanalyse Die Qualitative Inhaltsanalyse ist eine Analysetechnik, die vor allem von Mayring entwickelt wurde. Sie hat zum Ziel Texte (aber auch jedes andere Material in Schrift- oder Bildform) systematisch, regelgeleitet und kategorienbasiert zu analysieren. Herausstechend ist vor allem die Kategorienbildung, die entweder aus dem Material selbst erfolgt (induktiv) oder an der Theorie abgeleitet (deduktiv) wird. Hieraus setzt sich ein Kategoriensystem zusammen, welches jede (relevante) Textstelle einer bestimmten, für die Forschung wichtige, Bedeutungsperspektive zuordnet. Ausdifferenziert wird dieses Kategoriensystem durch Ankerbeispielen, Kodierregeln und Definitionen, sowie die Bildung von Ober- und Unterkategorien. Quantifizierbarkeit Hier reichen die qualitativen Forschungen in die quantitativen hinein. Qualitative Erkenntnisse können die Basis für weitere quantitative Forschungen sein. Damit dies möglich ist, sollte die qualitative Forschung quantifizierbar sein, d.h. sie sollte numerisch erfassbar sein. R Rating Einschätzung (hinsichtlich bestimmter Merkmale) auf einem vorgegebenen Format (z.B. auf einer Skala) Reaktive und nicht-reaktive Erhebungsmethoden Erhebungsmethoden sind verschiedene Zugangswege zu Daten, die im Laufe der Forschung erhoben werden. Sie reichen von der Einsicht in Dokumente über Beobachtungen und Befragungen hin zu standardisierten Leistungstests und sind stark von Forschungsthema und Forschungsfrage abhängig. Diese Erhebungsmethoden können in die Kategorien "reaktiv" und "nicht-reaktiv" unterteilt werden. "Reaktive" Erhebungsmethoden sind diese, bei denen die Teilnehmenden (befragte oder getestete Personen) im Moment der Datenerhebung weiß, dass ihr Verhalten für Forschungszwecke registriert und verwendet wird. Dem gegenüber weiß die teilnehmende Person dies bei "nicht-reaktiven" Verfahren genau nicht. Dies ist vor allem bei verdeckten Beobachtungen der Fall (was ggf. zu ethischen Komplikationen führen könnte) oder bei der Einsicht in Dokumente (Zeugnisnoten, Fragebögen, Aufzeichnungen). reflexiv rückbezüglich Regelbegriff Die Forschung mag zwar flexibel und offen gestaltet sein, jedoch ist sie niemals ungeregelt. Die aufgestellten Regeln leiten sich aus Mustern oder Gleichförmigkeiten ab. Sie sind nicht allgemeingültig (anders ist es im naturwissenschaftlichen Bereich) sondern im Kontext des Forschungsgegenstandes aufgestellt. Relation
Beziehung (zwischen Objekten), Empirische Relation
auf Erfahrung beruhende Beziehung
zwischen Objekten, Relativ
Abhängigkeit von Beziehungen von Objekten, auch relationales System genannt, Relative Evidenz Vereinbarkeit mit einer Hypothese im Vergleich zur Vereinbarkeit mit einer anderen Hypothese Reliabilität Testgütekriterium für die Verlässlichkeit/Zuverlässigkeit/formale Genauigkeit/Replizierbarkeit (Wiederholbarkeit) einer wissenschaftlichen Testung. Es werden Paralleltest‐Reliabilität, Split‐Half‐Reliabilität, Retest‐Reliabilität, Interrater‐Reliabilität und Interne Konsistenz unterschieden. Replikation Wiederholung (einer Untersuchung), Replizierbarkeit, Wiederholbarkeit Rohwert Ergebnis der Datenerhebung, ursprünglicher Beobachtungs‐ oder Messwert S Sampling in der qualitativen Forschung Beim Sampling, dem dritten Schritt des Feldzuganges, wird aus der zuvor bestimmten Zielgruppe eine Stichprobe festgelegt. Das englische Verb "to sample" bedeutet "etwas probieren", "abfragen" oder auch "eine Probe nehmen". Genau das wird hier getan. Die Zielgruppe stellt eine Grundgesamtheit dar, aus der nun einige zu untersuchende Fälle entnommen werden müssen. So stellen die Lehramtsstudentinnen und -studenten der PH Karlsruhe die Grundgesamtheit dar, jedoch werden in den meisten Szenarien nicht alle Individuen dieser Grundgesamtheit befragt oder untersucht. Deswegen wird im Zuge des Samplings eine Auswahl der zu untersuchenden Fälle (Stichprobe) durchgeführt. In der qualitativen Forschung werden diese ausgewählten Einheiten meist nach theoretischen Überlegungen (theoretical sampling) entnommen. Die Fallauswahl erfolgt nach bereits erschlossenen Theorien oder Konzepten und bezieht sich entweder auf besonders ähnliche und vergleichbare Fälle (minimaler Vergleich) oder gezielt auf unterschiedliche Fälle, die besonders stark voneinander abweichen (maximaler Vergleich). Weiterhin kann, abhängig vom Forschungsthema, auch eine bewusste Auswahl von einzelnen Fällen getroffen werden. Skala Art bzw. Vorschrift, die Ausprägung eines Merkmals oder einer Variablen zu erfassen, Skalierung Festlegung einer Skala für ein Merkmal, Skalenniveau Ausmaß der Strukturierung der Skala Sonstiges FuE-Personal Facharbeiter und angelernte Hilfskräfte sowie Buchhalter, Lagerverwalter, Verwaltungssachbearbeiter und Schreibkräfte, die direkt im Bereich Forschung und Entwicklung tätig sind. statistische Validität Beschreibt die Existenz unterschiedlicher statistischer Verfahren, wobei einige mögliche Fehlerquellen stärker berücksichtigen als andere. Stimulus Reiz zur Aktivierung des Verhaltens Stichprobe Teilmenge der Grundgesamtheit/Population; vgl. Population, Grundgesamtheit Summenzeichen ∑ (großes griechisches Sigma) Umfangreiche Summen werden mit dem Summenzeichen ∑ notiert. Das Summenzeichen ∑ fordert zu einer Summenbildung von Variablen auf, deren Index i die Werte i = m bis n annimmt. Dabei wird i als Laufindex bezeichnet, m als unterer Summationsindex und n als oberer Summationsindex. Der Ausdruck stellt also eine Anweisung dar, die Summe der reellen Zahlen x i zu bilden, wobei i alle ganzen Zahlen von m bis n durchläuft. Welche Buchstaben für die Indizes gewählt werden, ist ohne Bedeutung. symmetrisch spiegelbildlich gleich, i.d.R. ist achsensymmetrisch gemeint; vgl. asymmetrisch T Target Ziel (auch Zielreiz/Zielperson/Zielobjekt) Technisches FuE-Personal Personen, die technische Hilfsarbeiten in Verbindung mit Forschung und Entwicklung normalerweise unter Leitung und Aufsicht eines Wissenschaftlers oder Ingenieurs ausführen. transitiv Eigenschaft von Relationen zweistellige Relation (bei transitiven Relationen gilt, dass, wenn u zu v in Relation steht und v zu w in Relation steht, u auch in Relation w steht). Z.B. u ist kleiner als v, v ist kleiner als w, dann ist u auch kleiner als w. Transkription Ein Transkript (lateinisch: transscribere = hinüberschreiben) ist eine Datenauswertungsmethode, bei der die Verschriftlichung einer Gesprächssituation vollzogen wird. Ziel ist es nicht nur das Gesprochene inhaltlich wiederzugeben sondern auch verbale Merkmale, auditive Informationen und regebegleitendes Verhalten zu erfassen. Hierzu wurden Transkriptionsregeln (Kuckarz und andere) entwickelt, die nach ihrem Detailgrad (Einfaches Transkript oder Feintranskript) der Informationserfassung variieren. Obwohl hierdurch mitunter komplexe und umfangreiche Dokumente zur Auswertung entstehen, kann ein Transkript niemals gänzlich die konkrete Gesprächssituation widerspiegeln; ein Informationsverlust findet unweigerlich statt. Treatment Behandlung/Maßnahme/Intervention Transformation (lateinisch transformare ‐ umformen) Veränderung bzw. Umwandlung gemäß einer bestimmten (mathematischen) Vorschrift U Umsatz Außenumsätze im Erhebungsjahr Urliste direktes Ergebnis der Datenerhebung, ursprüngliche Aufzeichnung der Beobachtungs‐ oder Messwerte V Validität Testgütekriterium für die Belastbarkeit/Gültigkeit/Generalisierbarkeit einer wissenschaftlichen Aussage. Es werden Inhaltsvalidität, Kriteriumsvalidität, Augenscheinvalidität, Konstruktvalidität (konvergente und diskriminante Validität) sowie Interne und Externe Validität unterschieden; siehe auch Reliabilität! Variable (auch Merkmal) veränderliche Größe, Eigenschaft oder Charakteristika von Merkmalsträgern/Objekten. Im theoretischen Modell werden unabhängige (exogene), abhängige (endogene), intervenierende Variablen (Mediatorvariablen) und Moderatorvariablen unterschieden. Außerdem werden latente (nicht beobachtete) und manifeste (beobachtete) Variablen sowie qualitative und quantitative sowie diskrete und stetige Variablen unterschieden Varianz
Die Varianz beschreibt die mittlere quadratische Abweichung der einzelnen Messwerte vom empirischen Mittelwert und stellt eine Art „durchschnittliches Abweichungsquadrat“ dar. Zu beachten ist, dass die Berechnung der Varianz nur beim arithmetischen Mittel funktioniert, also bei intervallskalierten Daten. Die Varianz ist im Gegensatz zur Standardabweichung schwieriger zu interpretieren. Die Berechnung erfolgt in vier Schritten: Vollzeitäquivalent (VZÄ) Maßeinheit, die einem Vollzeitbeschäftigten entspricht, der seine gesamte Arbeitszeit auf Forschung und Entwicklung verwendet. Bei der Berechung wird zum Beispiel ein Vollzeitbeschäftigter, der ein Viertel seiner Arbeitszeit auf FuE verwendet, als 0,25 VZÄ berechnet, ein Halbtagsbeschäftigter, der ausschließlich für FuE-Arbeiten eingesetzt wird, als 0,5 VZÄ. Vorverständnis Die forschende Person ist immer Teil der Forschung selbst. Ihr Vorwissen oder vorformulierte Annahmen fließen ggf. ihre Interpretationen mit ein. Daher ist das Vorverständnis immer offen zu legen und es muss beschrieben werden, inwieweit sich dieses im Laufe der Forschung weiterentwickelt. W Wirtschaftlicher Schwerpunkt Wirtschaftlichen Schwerpunkt des Unternehmens gemäß der Klassifikation der Wirtschaftszweige Ausgabe 2008, wie er vielleicht aus anderen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes bekannt ist. Eine vollständige Übersicht über die Wirtschaftszweigklassifikation findet man auf den Seiten des Statistischen Bundesamtes (PDF-Datei). Ist die Wirtschaftszweigklasse des Unternehmens nicht bekannt, bitten wir um eine kurze Beschreibung der Haupttätigkeit. Wissenschaftliches FuE-Personal Hierzu zählen Personen, die neue Erkenntnisse, Produkte, Verfahren, Methoden und Systeme konzipieren oder schaffen, einschließlich Führungskräfte der FuE-Verwaltung. In der Regel sind dies Wissenschaftler, die ein Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule abgeschlossen haben. Z Zentrale Komponenten wissenschaftlicher Forschung (scientific research) nach Döring und Bortz (2016) Zufallsvorgang Vorgang, der zu einem von mehreren, sich ausschließenden und nicht mit Sicherheit vorhersagbaren Ergebnissen führt Zufallsexperiment Zufallsvorgang, der unter kontrollierten Bedingungen abläuft, Ergebnisraum Menge aller Ergebnisse eines Zufallsvorgangs, Zufallsereignis: Zusammenfassung mehrerer Ergebnisse eines Zufallsvorgangs, Teilmenge des Ergebnisraums, Zufallsvariable Variable, deren Werte Ergebnis eines Zufallsvorgangs sind Zusammenhang (auch Kovariation) gemeinsames Variieren zweier oder mehrerer Merkmale |